Einige Schweizer Landwirtinnen und Landwirte betreiben eigene Windräder, weil es sich lohnt und weil sie ihren Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten wollen. Chapeau! Andere werden von Energieunternehmen als Landbesitzer oder -pächter zur Zusammenarbeit angefragt. Die folgenden Punkte sollten Betriebe in ihre Überlegungen einbeziehen.
Der Schweizer Bauernverband schreibt auf seiner Webseite «Erneuerbare Energien» über Windenergieanlagen:
«Windenergie wird in der Schweiz noch wenig genutzt, bietet aber ein enormes Potential, vor allem im Winter. Der Grund dafür ist, dass die Sonnenstunden abnehmen und es oft regnet. Dies hat zur Folge, dass im Winter weniger Strom aus Solarenergie produziert werden kann, obwohl gleichzeitig die Nachfrage nach Strom aufgrund des Bedarfs an Beleuchtung und Heizung zunimmt. Auch hier kann die Landwirtschaft eine wichtige Rolle spielen. Die Errichtung von Windenergieanlagen auf landwirtschaftlichen Flächen ist interessant, solange die landwirtschaftliche Produktion nicht beeinträchtigt wird und die Ausgleichsmassnahmen nicht auf Kosten der landwirtschaftlichen Fläche gehen.»
Zitat Homepage des Schweizer Bauernverbands, 15.3.2026
Landwirtschaftsbetriebe profitieren finanziell
Landwirte können durch Pachtzinse, Windaktien oder einen Windzins direkt von Windkraftprojekten profitieren. Je nach Standort und Windverhältnissen werden pro Standort und Landwirt mittlere fünfstellige Beträge pro Jahr ausbezahlt.
Eigenproduktion: Solarenergie, kombiniert mit Wind
Viele landwirtschaftliche Betriebe haben gute Erfahrungen mit Solarenergie gemacht. Einige Landwirte betreiben selber mittelgrosse Windräder und produzieren damit ihren eigenen Winterstrom. Das Titelbild zeigt eine solche Anlage im Entlebuch.
Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Region
Für den Bau und den Betrieb entstehen Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Region: Handwerker, Fachleute für Betrieb und Unterhalt oder Tourismus. Standorte werden durch bessere Zufahrtswege erschlossen. Auch die Landwirtschaft profitiert davon.
Ein gutes Beispiel ist Pierre Berger. Er wartet seit 1996 den grössten Windpark der Schweiz, das “Windkraftwerk Juvent» auf dem Mont Soleil. Eigentlich ist Pierre Berger Milchbauer. Nebenberuflich amtet er als Besucherführer. Berger hat sich aber auch zum Servicetechniker für Windturbinen ausbilden lassen. Gibt es etwas zu reparieren, packt er gleich selber an. Hier der eindrückliche Bericht über seine Arbeit.
Geld bleibt in der Schweiz
Wind leistet einen Beitrag zur Versorgungssicherheit der Schweiz. Gemeinden und Landwirte profitieren finanziell von den Investitionen, Steuern und Beiträgen der Energieunternehmen. Besser als wöchentlich 1 Milliarde Franken (!) für fossile Energien im Ausland auszugeben!
Nahrung UND Energie produzieren!
Windanlagen brauchen kaum Land. Das Fundament eines grossen Windrads, das 10’000 Personen während ca. 30 Jahren mit Strom versorgen kann, benötigt 200 bis 500 m2 Standfläche. Der Anbau von Lebensmitteln wird dadurch kaum beeinträchtigt.
Kontaktadresse
Martin Bossard, dipl. Ing.-Agr. ETH, Vorstandsmitglied. Kontakt gerne per per Mail.
Weiterführende Links
Schweizer Bauernverband zu erneuerbaren Energien
Suisse Eole zu Windstrom
Bauernverband Aargau: Windpark Lindenberg – Landwirtschaft als Teil der Energiewende

