Infoveranstaltung in Oberhof vom 16.06.2026

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Pro Wind Aargau setzt sich seit einem Jahr vehement für den Bau von Windkraftanlagen im Aargau ein. Nachdem das Projekt «Lindenberg» im Spätherbst 2025 an der Gemeindeversammlung gescheitert ist, will unser Verein dem Projekt «Burg» zum Durchbruch verhelfen. In Oberhof ist eine und auf dem Gebiet der Gemeinde Kienberg SO sind vier Anlagen geplant.

Nachdem die Gemeindeversammlung Kienberg den Bau dieser Anlagen schon 2018 mit 60% Ja-Stimmen gutgeheissen hatte, zieht sich das Verfahren in Oberhof in die Länge. Es sind Einsprachen hängig und die Gemeinde muss noch einer Umzonung zustimmen.

Wie fast überall gibt es auch in der Region einen Gegenverein zum Projekt, mit dem Namen «Pro Burg». Dieser Verein organisierte Ende März eine Veranstaltung mit dem Hauptthema «Wasser» (siehe Betrag auf unserer Website).

Unser Vorstand beschloss daher, selbst aktiv zu werden und zusammen mit der AEW einen Informationsanlass durchzuführen, um den Gegnern nicht das Alleindeutungsrecht zu überlassen.

Infoveranstaltung in Oberhof am 16. Juni zum Windpark

Mittels eines Flugblattes wurden alle Haushaltungen in Oberhof eingeladen. Gut 70 Anwesende, worunter geschätzte 30 aus Oberhof, nahmen am öffentlichen Anlass teil. Susanne Hochuli, ehemalige Aargauer Regierungsrätin, führte als gewiefte Moderatorin durch den Abend mit den vier Referenten. Entgegen des üblichen Ablaufs wurde vor den Traktanden ein von Biobäuerin und Grünen-Grossrätin Gertrud Häseli perfekt vorbereiteter Apéro bereitgestellt. Eingeleitet wurde der Abend dann von Gemeinderat Heinz Herzog, der über den Stand des Projekts aus Gemeindesicht orientierte. Zwar könne er ein Datum der vorgesehenen ausserordentlichen Gemeindeversammlung noch nicht bekannt geben. Man hoffe jedoch, diese noch im Herbst durchführen zu können.

Kann die Schweiz mit 100% erneuerbarer Energie versorgt werden und welche Rolle spielen dabei die Windräder?

So der Titel des Referats von Anton Gunzinger, ehemaliger ETH-Professor. Er ist auch der Verfasser des Buchs «Kraftwerk Schweiz». Gunzinger zeigte auf, dass die Kosten für die nicht Erneuerbaren (auch Atom) seit Jahren steigen, während diejenigen der Erneuerbaren sinken: Verdoppelung in 12 Jahren bei den ersteren, Halbierung in 12 Jahren bei den zweiten. Auch beim CO2-Ausstoss sind es sehr unterschiedliche Welten. Für Gunzinger sind neue AKW in No-Go. Nach seinen Berechnungen sind die Erneuerbaren in der Lage, unseren Strombedarf in Zukunft auch ohne Atomkraft zu decken. Dazu gehört für ihn selbstverständlich auch die Windkraft. Diesen Schluss kann man auch seinem Buch entnehmen.

Was sagt das BFE, Bundesamt für Energie, zum Thema Windenergie?

Julian Ferber, Fachspezialist Erneuerbare Energien, ist im Bundesamt für Energie für die Windenergie zuständig. Er konnte von positiven Beispielen bei der Planung von Anlagen in mehreren Kantonen berichten. Allgemein will das BFE, dass die Verfahren wesentlich beschleunigt werden, dies ganz im Sinne des Bundes, Stichwort «Windexpress». Das theoretische Windkraft-Potenzial in der Schweiz liege bei knapp 30 TWh und im Aargau bei 1,2 TWh.

Langjährige praktische Erfahrungen mit der Windkraftnutzung …

… konnte Roland Aregger, Bauer und Windkraftpionier im Entlebuch, präsentieren. Von seinem Vater inspiriert, baute er, nach 10 Jahren Planung, 2005 mit zwei Brüdern eine erste Windturbine in Rengg. Diese ist nach wie vor in Betrieb, 60 m hoch und hat eine Maximalleistung von 900 kW. Der erzeugte Strom reicht für etwa 300 Haushalte. 2011 kam eine zweite Anlage dazu. Aregger berichtete ausführlich über den Werdegang, die politischen und finanziellen Hürden, die zu überwinden waren. Sekundiert wurde er von Robert Vogel, der als damaliger Gemeindeammann vom Vorhaben überzeugt war und heute noch der Nutzung der Windkraft sehr positiv gegenübersteht. Dies zeigt sich auch daran, dass weitere Anlagen in der Region geplant sind, wie Vogel mit Stolz berichtete. Roland Aregger ist im Übrigen Geschäftsführer der WindPower AG, die einerseits die beiden Windturbinen in Rengg besitzt, andererseits aber auch Beratungen für die Erstellung von neuen Anlagen anbietet.

Diskussionen und Fazit

In der anschliessenden Diskussionsrunde kamen Befürworter und insbesondere auch Gegner des Projekts ausführlich zu Wort. So wurde etwa bemängelt, die Planer würden Wind-Messdaten zurückhalten und die Wirtschaftlichkeit sei nicht gegeben. Sorge bereite auch, dass die Wasserversorgung durch den Bau verschlechtert würde. Befürworter warfen den Gegnern vor, mit allen möglichen und unmöglichen Argumenten, so etwa «Gefährdung von Vögeln« oder «Eiswurf-Risiko», das Projekt bodigen zu wollen. Robin Koch vom AEW blieb auch bei den «heissen» Fragen keine Antwort schuldig. Susanne Hochuli indes führte die Diskussion souverän immer wieder auf die sachliche Ebene zurück. Allgemein blieb der Eindruck, dass Pro Wind Aargau mit der Durchführung des Informationsanlasses sich den Oberhöflern und weiteren externen Teilnehmenden als ernstzunehmende Organisation zeigen konnte.

Freundlicherweise hat uns die Neue Fricktaler Zeitung erlaubt, ihre diesbezügliche Berichterstattung aus der Ausgabe vom 18. Juni 2026 HIER zugänglich zu machen.