Gute Gründe für ein Ja zum Windpark Lindenberg

Lindenberg, Visualisierung Hämiker Berg

Der Lindenberg in Beinwil im Freiamt verfügt über ein grosses Windenergie-Potenzial. Nach einer langen und intensiven Mitwirkungs- und Planungs-Phase stellt die Gemeindeversammlung am 29. Oktober die Weichen für einen Windpark. Werden die Beinwilerinnen und Beinwiler ihre Chance packen? Pro Wind Aargau hofft auf ein wohlüberlegtes und beherztes Ja der Standortgemeinde.

Windenergie wird zu zwei Dritteln im Winterhalbjahr und auch nachts erzeugt. Sie ist darum die ideale Ergänzung zur Solarenergie. Die Pläne des Bundes, gestützt durch verschiedene Volksabstimmungen, sehen den raschen Ausbau beider Energieformen vor. 

Während die Photovoltaik derzeit auf Kurs ist, steht die Windkraft erst in den Startlöchern – insbesondere im «Energiekanton» Aargau. In anderen Kantonen gibt es allerdings bereits sehr gute Erfahrungen: Erste Anlagen werden erneuert oder erweitert, so in Haldenstein GR (Windpark Calanda) oder im Kanton Uri (Windparks Gütsch und Uri). Dort, wo Windparks in Betrieb sind, ist die Zustimmung der Bevölkerung sehr hoch, weil die Vorteile offensichtlich sind. Auch gesamtschweizerisch liegt sie gemäss aktueller gfs-Umfrage bei beachtlichen 72 Prozent[1]. In Österreich mit über 1400 Anlagen sind gar 83 Prozent der Bevölkerung für die Windenergie[2]!

Im Aargau fehlen bisher die Erfahrungen. Die Bevölkerung ist darum noch skeptisch und stellt nachvollziehbare Fragen. In Beinwil im Freiamt stimmt die Gemeindeversammlung am 29. Oktober über die nötigen Zonenplanänderungen zum ersten Aargauer Windpark ab («Lindenberg»).

Enge Begleitung durch Bevölkerung

Als wegweisendes Projekt für den Aargau stand der Windpark Lindenberg von Beginn an im besonderen Fokus. Kanton und Gemeinde begleiteten die Planung eng, und ein umfassendes Mitwirkungsverfahren und ein vorbildlicher Interessengruppenprozess stellten den aktiven Einbezug der Bevölkerung sicher.

Im Umweltverträglichkeitsbericht wurden nicht weniger als 23 (!) Umweltbereiche behandelt. Die daraus abgeleiteten Massnahmen wurden der Gemeinde vertraglich zugesichert, und ihre Umsetzung wird überprüft. Die grossen Schutzorganisationen wie der WWF oder Pro Natura stehen darum hinter dem Projekt. Vorgesehen sind unter anderem folgende Massnahmen:

  • Bestehende Freileitungen und neue neue Anschlussleitungen des Windparks werden in den Boden verlegt, um Grossvögel vor Kollisionen zu schützen 
  • Zum Schutz von Vögeln und Fledermäusen erfolgt bei bestimmten Wetterbedingungen oder während der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung eine zeitweise Abschaltung der Windenergieanlagen.
  • Ökologische Ausgleichsmassnamen wie Pflanzung von Hecken, Hochstammbäumen oder gestufte Waldränder
  • Der Windpark wurde zur Schonung der Kulturgüter von vier auf drei Turbinen redimensioniert.

Vorteile für Gemeinden am Beispiel Windpark Lindenberg

Finanzieller Spielraum für die Gemeinde: Die Standortgemeinde Beinwil im Freiamt erhält während der gesamten Betriebszeit Vergütungen aus der Produktion sowie Steuereinnahmen. 

Regionaler Mehrwert: Mit dem Windpark umgesetzte Begleitprojekte tragen gezielt zu einem Mehrwert in der Gemeinde und der Region bei.

Bürgerbeteiligung: Die Windpark Lindenberg AG bietet der lokalen Bevölkerung die Möglichkeit, sich direkt zu beteiligen und über Dividenden unmittelbar zu profitieren.

Versorgungssicherheit: Beinwil im Freiamt leistet einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Schweiz mit lokal erzeugter Elektrizität. Der Windpark mit drei Windrädern wird jährlich rund 25 GWh Strom produzieren, davon 65 Prozent im Winter. Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Schliessung der Winterstromlücke. Zur Grössenordnung: Im Jahr 2024 setzte das gemeindeeigene Elektrizitätswerk Elektra Beinwil rund 5.3 GWh Strom um.

Haltung des Vereins Pro Wind Aargau

Der Verein Pro Wind Aargau setzt sich für Wind- und andere erneuerbare Energien ein. Motto: «Saubere Energie. Von hier. Für uns.» Mit über 100 Mitgliedern vertritt er die rund 70 Prozent Befürworter:innen von Windenergie in der Schweiz und im Aargau. Er steht in Kontakt mit engagierten Einwohner:innen der Region, dem Kanton, Natur- und Umweltschutzverbänden sowie den involvierten Unternehmen.

Nach intensiver Prüfung der Unterlagen lobt der Verein die sorgfältigen und vorbildlichen Projektabklärungen und die Mitwirkung der Bevölkerung und der involvierten Fachkreise. Er empfiehlt das Vorzeigeprojekt zur Annahme und hofft auf die Signalwirkung für andere Aargauer Projekte.

Kontakt, weitere Auskünfte

Martin Bossard, Kölliken, Vorstandsmitglied (Ressorts Politik, Kommunikation), 076 389 73 70, eco@martin-bossard.ch

Theresia Meier, Remetschwil, Co-Präsidentin, 079 389 29 62

Peter Tschanz, Lenzburg, Co-Präsident, 076 563 55 85

Visualisierungen

Lindenberg, Visualisierung Schulhaus Beinwil
Lindenberg, Visualisierung Schulhaus Beinwil
Lindenberg, Visualisierung Schule Merenschwand
Lindenberg, Visualisierung Schule Merenschwand
Lindenberg, Visualisierung Hämiker Berg
Lindenberg, Visualisierung Hämiker Berg

Links


[1] gfs.Bern, 2025: Umfrage im Auftrag des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen

[2] Homepage der IG Windkraft (Österreich)

Homepage Windpark Lindenberg mit detaillierten Unterlagen

Homepage der Gemeinde Beinwil im Freiamt