Eine Replik von Pro Wind Aargau auf den Leserbrief “Zwei Drittel von fast nichts ist weniger als fast nichts” vom 7. August 2025, der sich seinerseits auf den Artikel «Schlussfurioso der Windkraftgegner» vom 21. Juli 2025 bezieht. Das Thema gewinnt an Aktualität, weil in Beinwil im Freiamt die Zonenplanänderung zur ersten Aargauer Windanlage kurz vor der Genehmigung durch die Gemeindeversammlung steht.
Der selbst ernannte Naturschutzverein «Freie Landschaft Aargau» verbreitet auch in unserem Kanton wacker Desinformation zur Windenergie. Dies offenbar mit viel Geld von Multimillionären, die ihre eigenen dubiosen Ziele verfolgen. Wir sollten uns deshalb an die Fakten halten.
Windenergie ist wie Solarenergie oder Wasserkraft eine einheimische Energie. Sie ist nicht auf Importe von Öl, Gas oder Uran von Putin, Trump oder anderen Autokraten angewiesen. Gemäss Aargauer Regierung besteht ein ökologisches Potenzial von 1218 GWh pro Jahr, was etwa einem Viertel des heutigen Stromverbrauchs im Kanton entspricht. Sie steht zu zwei Dritteln im Winter zur Verfügung und liefert auch nachts. Somit ist sie die ideale Ergänzung zu Wasserkraft und Sonnenenergie. Das ist nicht «weniger als fast nichts», wie die Fundis der «Freien Landschaft» behaupten. Windkraftanlagen in Kombination mit Sonne, Wasser und Speichern machen die teuren, klimaschädlichen Gaskraftwerke überflüssig und ersetzen rechtzeitig die betagten Kernkraftwerke. So haben Bund und ETH es berechnet, und das Volk hat den politischen Plänen mehrmals zugestimmt, zuletzt mit dem sogenannten «Windexpress».
In Österreich, das punkto Einwohnerzahl mit der Schweiz vergleichbar ist, stehen bereits fast 1500 Anlagen. Die letzte Umfrage zeigt phänomenale 83 Prozent Zustimmung bei der dortigenb Bevölkerung. Die immensen Vorteile der Windenergie überzeugen: günstige und saubere Stromproduktion, hohe Versorgungssicherheit durch regionale Produktion und nicht zuletzt erhebliche Einnahmen für die Standortgemeinden. In der Schweiz gibt es weniger als 50 (!) Anlagen, im Aargau noch keine einzige.
Wollen wir riskieren, wegen ein paar fremdbezahlten Fundamentalgegnern die Chancen für uns und unsere Gemeinden zu verpassen? Seien wir auch im Aargau vernünftig und lassen wir den Windexpress endlich starten.
(Leicht gekürzt erschienen in der Aargauer Zeitung vom 12. August 2025)

