Vorstandsmitglied Paul Müri äussert seine Meinung zum Artikel «Warum das AKW-Verbot fallen muss» (AZ vom 18. August 2025). Von wegen einheimische Atomenergie: Der Brennstoff Uran macht die Schweiz abhängig von Russland.
Unverhohlen äussert sich Patrik Müller, Chefredaktor von CH-Media, für eine Aufhebung des AKW-Neubauverbots. Damit wird eine «gute, alte Tradition» der AZ wieder aufgenommen, sich positiv zur Atomenergie zu stellen. Dies bestätigte seinerzeit Hans Lüthi, ehemaliger AZ-Journalist in einem Rückblick in seiner Zeitung zu seiner Tätigkeit anlässlich seiner Pensionierung. Dies wurde von «ganz oben» gewünscht, also vom Besitzer der AZ!
Zur Erinnerung: 2017 beschloss die Schweiz den Ausstieg aus der Atomkraft, mit gutem Grund: Nach mehreren, teils gravierenden Unfällen, wie Tschernobyl 1986 und Fukushima 2011, begann ein Nachdenken über die nach wie vor bestehenden Risiken der Atomtechnologie und immer noch ungelösten Fragen der Atommüll-Entsorgung. Zudem entwickelten sich die neuen erneuerbaren Energien (Photovoltaik, Windkraft) im rasanten Tempo.
Wenn nun der Ruf nach einer Renaissance der Atomkraft erschallt, wird vergessen, dass die Probleme nach wie vor dieselben bleiben. Dies trotz versprochenen neuen, «sichereren» Reaktoren, welche allesamt häufig nur im Versuch laufen.
Das wichtigste Argument ist und bleibt vergessen: Zwar muss auch für die «Erneuerbaren» (Wasser- und Windkraft, Photovoltaik) zum Bau jedes Gramm importiert werden, bei der Atomkraft wird aber auch die Energie in Form von Uran (Spaltmaterial) importiert, während die einheimische Sonne die Erneuerbaren antreibt. Vergessen wird auch woher das Uran stammt, v.a. auch Kasachstan, mit Russland im Hintergrund…

