Medienmitteilung zu Axpo Energy Reports: Windenergie als Schlüssel

Axpo Energy Reports

Die Medienlandschaft ist fixiert auf die Axpo-Aussagen zur Atomenergie. Die wichtigste Feststellung geht dabei regelmässig vergessen: Die Windenergie ist auch in den beiden Axpo-Szenarien der Schlüssel für eine nachhaltige Energieversorgung der Schweiz.

Pro memoriam: Die Axpo schreibt von vier Massnahmenpaketen, die sofort umgesetzt werden sollten. Zitat:

  1. Die bestehenden Kernkraftwerke sollten möglichst lange laufen können – das sei die günstigste Variante und verschaffe Zeit für den Ausbau der anderen Technologien  
  2. Die Fördergelder seien konsequent auf Winterstrom auszurichten 
  3. Es müsse mit der Windkraft in den Kantonen schneller vorangehen 
  4. Es müsse möglich werden, einige Gaskraftwerke zu bauen

Dieses Liebäugeln mit neuen AKW widerspricht klar dem Ausstiegsbeschluss zu AKW in der Energiestrategie, welcher die Schweizer Bevölkerung 2017 zugestimmt hat. Zudem nimmt die Axpo als staatseigener Betrieb auch die Aussagen der Wissenschaft und der Finanzfachleute nicht Ernst.

Die Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) als oberste wissenschaftliche Instanz der Schweiz hat letztes Jahr eine ausführliche Studie zu den Aussichten für neue Schweizer AKW publiziert. Sie sieht kein neues Atomkraftwerk vor 2050, selbst wenn die Politik in erheblichem Umfang finanzielle Mittel bereitstellt. Auch die Axpo wird sich aus wirtschaftlichen Überlegungen nicht an neuen AKW beteiligen, wenn nicht erhebliche Steuermittel eingesetzt werden.

Schweiz: mehr Express bei Windenergie!

Die Axpo-Aussagen stimmen nur in den Punkten 2 und 3 mit den aktuellen Erkenntnissen von Wissenschaft und Forschung überein. Gemäss der aktuellen Studie von ETH Zürich, der Universitäten Genf und Bern, der EPFL, der WSL und der ZHAW, die im letzten Mai publiziert wurde, muss und kann bis 2050 80 Mal mehr Windenergie bereitgestellt werden. Damit kann die Schweiz auch mit genügend Winterstrom versorgen zu können.

Dies ist nur möglich, wenn die Schweiz punkto Windenergie endlich die Bremsen löst und nicht mehr das Windenergie-Schlusslicht in Europa sein will. Beispiel: Das Alpenland Österreich mit gleich vielen Einwohnern wie die Schweiz hat heute 1500 Windräder, die Schweiz erst knapp 50. Die Akzeptanz in Österreichs Bevölkerung liegt gemäss Umfragen bei hohen 83 Prozent.

Forderungen von Pro Wind Aargau

  1. Axpo ist punkto Windenergie – aber nur in diesen beiden Punkten! – Ernst zu nehmen: Vorwärts mit der Windenergie in den Kantonen, mehr Fokus auf Winterstrom und somit auf Windenergie. Staatsbetriebe haben auch punkto AKW die Volksentscheide umzusetzen.
  2. Die Wissenschaft ist Ernst zu nehmen: Mehr Windenergie ist der wichtigste Schlüssel zur nachhaltigen und sicheren Energieversorgung der Schweiz.
  3. Keine finanziellen Abenteuer mit neuen AKW. Wind- und Sonnenenergie ist viel billiger und durch die dezentrale Produktion weniger anfällig auf Krisen und Kriege.
  4. Das Geld bleibt in der Schweiz und wird nicht für russisches Uran ausgegeben. 

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